Archäologische Befunde als Basis zur Interpretation: über den Quellenwert des Corputius-Planes von 1566
Do 22. Januar 2026, 18.15 Uhr
Vortrag von Dr. Thomas Platz und Karina Schnakenberg M.A.
Am 22. Januar um 18.15 Uhr lädt das Stadtarchiv Duisburg in Kooperation mit der Mercator-Gesellschaft zu einem Vortrag von Dr. Thomas Platz, Archäologe der Stadtarchäologie Duisburg und Karina Schnakenberg, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
Der Corputius-Plan von 1566 galt lange als weitestgehend detailgetreue Darstellung der Stadt Duisburg. Durch neue wissenschaftliche Bearbeitungen ist es jetzt möglich, den Plan in seinem Facettenreichtum neu zu bewerten und ihn als Geschichtsquelle ganz neu zu erschließen.
Wie es gelang, durch aufwendigste Bearbeitungsschritte den Plan in seiner ursprünglichen farblichen Brillanz neu zu schaffen, berichtet der bekannte Duisburger Fotograf und Grafiker Frank Napierala.
Erst durch die maßstäbliche Neuzeichnung des ältesten auf genauer Vermessung beruhenden Grundrisses der Innenstadt, der Urkarte von 1823, war es möglich, die scheinbar mangelnde geometrische Genauigkeit des Planes als bewusste Komposition durch seinen Schöpfer, Johannes Corputius, zu entschlüsseln. Welche Arbeitsschritte zu diesem Ergebnis führten, darüber erzählt der Duisburger Stadtarchäologe, Kai Thomas Platz.
Durch den Abgleich von archäologischen Befunden der Stadt Duisburg, betreffen sie nun kirchliche oder religiöse Einrichtungen oder profane, wie die Pfalz, die Stadtmauer oder die bürgerlichen Häuser, mit der Darstellung auf dem Corputius-Plan, sind neue Aussagen zur spätmittelalterlichen Geschichte der Stadt möglich. Darüber berichtet Karina Schnakenberg, die zu dieser Epoche der Stadtgeschichte in ihrer Dissertation als Teil des DFG-Projektes „Genese des westlichen Ruhrgebiets“ an der Christian-Albrechts-Universität Kiel arbeitet.
Der Vortrag findet im Rahmen der Vortragsreihe „Stadtgeschichte donnerstags“ des Stadtarchivs statt. Der Eintritt ist kostenfrei.
Ort: DenkStätte im Stadtarchiv Duisburg, Karmelplatz 5, am Innenhafen.








